Haus Stockum

Haus Stockum hat vermutlich südlich von der Klosterskampskate gestanden (Familie Paul Schepers wohnt heute an der Grünstraße).

Das Gebäude hat also in dem Bereich Grünstraße/Klosterkamp/Beginenstraße gestanden. Eine Karte von 1734 weist noch das Bauwerk auf, daß dem Haus Voerde zum Trocknen des selbst gezogenen Tabaks diente.

1233 hat der Ritter von Stockheim in Gemeinschaft mit den Rittern Wirich von Hauptbruch und Heinrich von Wolekulei (=Wolfskuhlen) der Zisterzienserabtei Camp den Zehnten in Budberg bei Rheinberg geraubt, doch veranlaßte ihn der Erzbischof von Köln zu der Rückgabe des Raubes.

1248 ist der Ritter de Stockhem bei dem Verkauf eines Erbgutes des Heinrich von Spellen in Rote (=Ork) an die Abtei Camp zugegen.

Aus dem Jahr 1289 wird berichtet, dass der Ritter Heinrich von Stockum ein Lehnsmann des Grafen Theoderich von Kleve war, und daß seine Mutter Emessa an die Abtei Camp einige Güter, die er in Mehrum besaß – Ackerland und Wiese, 34 Maltesersack groß, a 480 Ruten verkaufte.

Auch diese Güter waren clevische Lehen. Da aber durch den Verkauf die Abtei bei dem Grafen von Kleve zu Lehen gegangen wäre, Kirchen und Klöster aber keine Lehnsherren haben durften, mußten Heinrich von Stockum die verkauften Güter durch Umtausch gegen andere gleichwertige Güter Schatz – und dienstfrei stellen.

Noch einmal wird Heinrich von Stockum 1306 genannt, als er Zeuge wurde, wie der hochvermögende Ritter Goswin Stock alle Güter, welche er mit seiner ersten Frau Güda von Götterswick besessen hat, den Kindern seiner zweiten Frau übertrug, ausgenommen den Hof Spellen.

Von da ab ist aber nur noch von einem Scholten – Schultheiß, d.h. einem Verwalter der Stockumer Güter die Rede. So wird Heinrich de Scholten von Stockheim, 1444 Albert Scholt to Stockum genannt. Das Haus Stockum kam in den Besitz der Herren von Haus Voerde.

Wie auf dem Hofe Worm Götterswick, Hünxe und Spellen, so ruhte auch auf dem Hofe Stockum die Verpflichtung, für den Herrn von Kleve zu seinen Jagden ein Hundelager zu halten. Doch wurde diese Verpflichtung umgewandelt in eine Abgabe von 12 Horschen Gold.

(Der Bericht stammt aus einer Zeitung von 1925)