Die Viehlade

Der Begriff “Viehlade” war ein Sammelbegriff.

Es wurden Pferde, Kühe und Schweine versichert. Der Wert der Tiere wurde von einer gewählten Kommission jährlich bestimmt. Das Wort “Lade” beinhaltet, dass das zu erstattende Geld im Schadensfall aus der Schublade heraus bezahlt wurde. Das Geld lagerte bei dem Vorsitzenden in der Schublade.

Die Viehlade war eine Versicherung auf Gegenseitigkeit.

Sie glich den finanziellen Schaden aus, den der Verlust eines Pferdes, einer Kuh oder eines Schweines zur damaligen Zeit darstellte. Für die damals überwiegend landwirtschaftliche Bevölkerung gehörte die Tierhaltung zur Lebensgrundlage. Finanziell konnte ein derartiger Verlust nicht allein von der betrffenden Familie getragen werden. Mit der Auszahlung der Schadenssumme ging das Tier in den Besitz der Viehlade über. Die dann ihrerseits das Tier zum höchst möglichen Preis Verkaufte.

Die erste Eintragung im Protokollbuch der Pferdeversicherungsgesellschaft zu Götterswickerhamm Datiert vom 7. Februar 1915 . Es steht geschrieben, “dass sich am 1. Januar 1915 auf 123 Mitglieder 143 Pferde verteilen”.

Die letzte Eintragung erfolgte sehr wahrscheinlich durch den damaligen Vorsitzenden Wilhelm Laakmann am 24.Februar 1960 . Letzter Satz des Protokolls:
“Es wurde beschlossen, den Verein noch einige Jahre weiter zu führen” Protokolle oder Aufzeichnungen nach dem 24. Februar sind dem Verfasser zur Zeit nicht bekannt.

Vom Viehversicherungsverein Voerde – Kuhlade – liegt eine Widmung vom 13. Februar 1960 vor. Hier bedankt sich der Vorstand bei “Herrn Albert Wolters für 25 jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Vorsitzender”

Der letzte Zeitzeuge des Viehversicherungsvereins ist Herr Willi Hülser. Er übernahm die Kassierung in Stockum und Holthausen, als der Kassierer Herr Albert Unterberg gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage war.

Von der Schweinelade liegen zur Zeit keine Unterlagen vor. Bei einem Informationsgespräch mit den Eheleuten Goch wurde bekannt, dass eine Schweinelade bestanden hat.

Wenn Schweine an “Rotlauf” erkrankten wurde der entsprechende Bezirk gesperrt. Die dann fälligen Impfungen wurden per Umlage von den Schweinebesitzern bezahlt.

chronik - Woltersa

VorsizenderAlbert Wolters

geb. 10.04.1889
gest. 06.02.1966
in jungen Jahren